Zweifel – Ein Zeichen von Glaubensschwachheit?

Heute darf ich wieder mal einen Gastbeitrag, diesmal von meinem guten Freund Waldemar veröffentlichen. Wie schon die Überschrift vermuten lässt, geht es um Zweifel.

Ich bin mir sicher, dass sich schon jeder von euch damit beschäftigt hat. Wieso kommen Zweifel? Woran genau zweifle ich? – Oft bringen diese und andere Zweifel einen leider gehörig durcheinander.

Lest euch einfach mal den Artikel durch – er wird euch bereichern.

Kurzen Dank auch an dieser Stelle an Waldemar für deine Mühe… 🙂

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Themen wie Verantwortung, Dienste für Gott und verschiedenen anderen Dingen, die wichtig im Glaubens – und Gemeindeleben sind. Dabei stoße ich immer wieder an die Grenzen meiner Komfort-Zone….

Es ist nicht einfach Vollzeit-Christ zu sein. Man will für Gott was machen, automatisch erkennen wir in diesem Wunsch den Dienst an unseren Mitmenschen, den Auftrag das Evangelium weiterzugeben. Unseren Kollegen, Mitschülern, Menschen in unserem direkten Umfeld mit der frohen Botschaft (die nicht nur zu Jesu Zeiten war, sondern auch heute noch in unserer modernen Gesellschaft gebraucht wird) zu erreichen. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass der Egoismus und der Stolz, die Bequemlichkeit und die „Das machen schon die Anderen“ – Statements,  einen immer wieder davon abhalten. Doch man ist umso stärker und gesegneter, wenn man Aufgaben für Gott erfüllt und Menschen dient.

So auch in der Jugendstunde vor zwei Wochen, die ich an jenem Freitag gestalten durfte. Es ging um Zweifel. Ein Zustand der unsere Fundamente ins wackeln bringen kann…. Zwiespältige Gefühle, Unsicherheit, etwas nicht ganz glauben, fehlende Überzeugung. Wie sieht es mit all diesen Gefühlen aus? Darf ein Christ so etwas überhaupt spüren?  Oder ist das nur ein Zeichen von Glaubensschwachheit?

In eine solche Situation des Zweifels führt uns das Matthäus-Evangelium mit der Geschichte von Johannes dem Täufer. Als  Wan­derprediger lebte er in der Wüste in der Nähe des Jordans. Er wurde durch seine beeindruckenden Reden im ganzen Land bekannt. Johannes predigte viel von Umkehr und Buße. Er rief den Menschen zu nicht so weiterzuleben wie bisher. Viele Menschen wollten Jo­hannes selbst hören und nahmen lange Reisen auf sich, gingen zu ihm hinaus in die Wüste.  Sie ließen sich taufen und selbst Jesus wurde von Johannes getauft.

Johannes war zu seiner Zeit ein unbequemer Mann. Er wagte es, den König Herodes, der mit der Frau seines Bruders Philippus  zusam­menlebte, öffentlich anzuprangern. Deshalb trachtete Herodias (mit ihr lebte Herodes zusammen) nach seinem Tod. Daraufhin lies Herodes Johannes verfolgen und ins Gefängniss werfen. Und Als Johannes im Gefängnis war und von all den Taten Jesu hörte…

… wurde er unsicher (kaum zu glauben….)  Johannes hat bis zu dieser Zeit mit der Hoffnung gelebt, das Gottes Reich greifbar nahe sei.  Er dachte, dass Jesus der lang ersehnte Messias sei, und das Volk Israel in die Freiheit führt. Doch weil dieses große Ereigniss ausblieb (er stellte es sich wahrscheinlich vor, wie Jesus, der Sohn Gottes, mit der Legion Engel vom Himmel kommt….) fing er an zu zweifeln.

Johannes wollte aber Gewissheit haben und schickte aus seiner Zelle Männer zu Jesus, die Ihn fragen sollten – „Jesus, bist du wirklich der da kommen soll, der Messias oder war alles Warten und Hoffen umsonst …? “

Und die Reaktion von Jesus beeindruckt mich: Er ruft nicht laut aus „ Ja, ich bin es! “ Oder zeigt nicht durch eine beeindruckende Demonstration seiner Macht, dass er Gottes Sohn ist. Nein. Er sensibilisiert die Sinne , er fordert sie auf, ihren Blickwinkel zu erweitern:

„Hört und seht!“ Das Gehör und die Sicht muss erst dafür geschaffen werden. Das was Sie noch gar nicht RICHTIG wahrgenommen haben, zeigt Ihnen Jesus!

Er sagt in Math. 11, 4-5,: „ Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht: Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird die Gute Nachricht verkündet! „Hört und seht, bildet euch SELBST ein Urteil!

Da, wo Menschen neu sehen lernen, neu hören können, sich aus Ihrer Erstarrung  in Bewegung setzen, da könnt ihr Anzeichen für Gottes Reich sehen.

Ob Johannes mit dieser Antwort zufrieden war? Erwartet hatte er einen Messias, bei dem einem Hören und Sehen verge­hen?

Gekommen ist einer, bei dem das Hören und Sehen erst aufgetan werden muss. Entspricht die Antwort unseren Erwartungen ? In einer Welt voller Leid und Elend fallen die wenigen Heilungen Jesu kaum ins Gewicht… Bis heute sind Krankheit, Gewalt und Tod geblieben… Und so manchem fällt es schwer an Gottes Gerechtigkeit nicht zu zweifeln. Wie kann er das alles zulassen?

Aber Johannes zweifelte auch, und Jesus sensibilisierte  seinen Blick auf die Wunder die Jesus im Alltag der Menschen getan hatte. Nicht auf einen schlagartigen Wechsel. Eine Herrschaft Gottes von jetzt auf gleich… So wundersüchtig wie wir manchmal sind und nach großen Dingen Ausschau halten und doch die Dinge, die Gott in unserem Alltag tut, vergessen, vernachlässigen, oder als Zufälle oder glückliche Fügung abstempeln….

Lasst uns im Zweifel unsere Sinne schärfen und uns umschauen. Denn Gott spricht oft durch die alltäglichen Dinge zu uns. Sei ermutigt, wenn du Zweifel im Herzen hast.  Selbst  Johannes der Täufer, ein gestandener Mann, von dem Jesus gesagt hat, dass keiner unter den Menschen jemals größer sein wird als er (Mth. 11 , 11) hatte Sie auch, und viele andere Menschen in der Bibel.

Pass nur auf, dass dein Zweifel  nicht zur Verzweiflung wird.  Und wenn dir dieses Argument nicht hilft , dann hier noch eins: Selbst der Atheist muss mit Zweifeln kämpfen. Nämlich mit dem Zweifel, dass es Gott vielleicht doch gibt…

Was dann?

Wer hat wohl die bessere Alternative?

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