Was stärkt und was stört unser Zusammenleben?

Gestern durfte ich einen kleinen Vortrag über fünf Minuten in unserem Gemeindearbeitskreis halten. Wir halten es seit diesem Jahr so, dass wir zu Beginn des Kreises ca. eine halbe Stunde über ein Thema diskutieren und uns austauschen. Gestern durfte ich die Einleitung machen. Der folgende Text war mein Manuskript habe es bisschen angepasst:-), dass ich Gott sei Dank in meiner Tasche lassen durfte. Er hat mir die richtigen Gedanken und Worte zur richtigen Zeit gegeben… Trotzdem habe ich mich gedanklich daran angelehnt… 🙂

Als Leitvers habe ich Matthäus – Evangelium 6, 14+15 gewählt.

„14. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. 15. Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben.“

Wir sind eigentlich rund um die Uhr mit Menschen im Kontakt. Zu Hause die Ehefrau, der Ehemann, die Kinder oder Geschwister, auf der Arbeit die Kollegen, in der Gemeinde die Mitgeschwister. Den ganzen Tag müssen wir darauf achten, dass das Zusammenleben und die Kommunikation funktioniert. Wenn wir uns keine Mühe geben, herrschen sehr schnell Unzufriedenheit, Missverständnisse oder sogar Streit.

Was unser Zusammenleben stört ist auf jeden Fall die Sturheit und das Nichtnachgeben. Wenn ich mich nicht von meinem Standpunkt bewege, sondern von meinem Mitmenschen verlange, dass er sich auf mich zubewegt, erschwere ich das Leben in dieser Gemeinschaft.

Was auch das gemeinsame Leben erschwert, ist eine innere Haltung der Ablehnung. Auch ich merke oft diese Haltung bei mir. Leider. Ich gehe jetzt mal auf Gemeindeebene. Wenn ein bestimmter Bruder oder Schwester betet, ertappe ich mich oft dabei, dass ich denke, jetzt betet der schon wieder das gleiche. Wie oft kann man sich den wiederholen. Durch solche Gedanken raube ich mir selbst den inneren Frieden. Durch diese innere Ablehnung distanziere ich mich von der Schwester oder dem Bruder, was das gemeinsame Gemeindeleben auch nicht unbedingt fördert…

Oder auch das „historisch werden“ nicht hysterisch ;-). Immer an Aussagen aus der Vergangenheit denken, die im Eifer gesagt wurden, vielleicht auch so gemeint waren, aber unglücklich ausgedrückt waren. Ihr kennt ja den Spruch „Der Ton macht die Musik“. Denke ich an ein bestimmtes Gesicht, kommt mir sofort eine Situation in den Kopf, die ich sofort miteinander verbinde.

Was aber viel wichtiger ist, ist die Stärkung unseres Zusammenlebens.

Wir müssen uns kennen lernen, nicht in der Gemeinde sondern in unserer Freizeit oder in unseren Häusern. Wir sollten viel mehr Zeit miteinander verbringen, auch während der Woche. Natürlich ist jeder von uns ein viel beschäftigter Mensch. Trotzdem sollten wir uns die Zeit nehmen und aktiv am Leben der anderen teilnehmen.

Ich beispielsweise verbringe sehr gerne Zeit mit engen Freunden, wie wahrscheinlich jeder von euch. Was ist aber mit Geschwister die frisch dazu gekommen sind? Wer nimmt die auf? Wer fängt sie auf? Wer redet mit ihnen über ihre Gedanken und Empfindungen? Über ihre Sorgen und Nöte?

Wir müssen wieder füreinander die Türen öffnen.

Wir dürfen auch nicht bei jedem Ausspruch sofort das schlimmstmögliche ausmalen. Häufig werden Aussagen gemacht, die nicht ganz eindeutig sind. Wir können sie positiv interpretieren, oder negativ interpretieren. Häufig machen wir es von der Person abhängig die den Satz gesagt hat.

Wir müssen aufhören wie „lauernde Wölfe“ zu sein, die nur darauf warten, dass jemand etwas falsch sagt, den wir dann sofort angreifen können.

Ich hatte gegen eine bestimmte Person in der Gemeinde eine gewisse Antipathie, die ich auch für mich gut begründen konnte. Obwohl ich eigentlich alle Geschwister gern habe, hatte ich bei dieser Person ein komisches Gefühl. Dann habe ich aber versucht diese Person aus einer anderen Perspektive zu sehen. Dann ist mir sofort aufgefallen, dass es viele Menschen gibt, die sie sehr mögen. Ihre Enkel lieben vergöttern sie ist zumindest mein Eindruck :-), sie kann auch sehr nett sein usw. Letztens durfte ich ihr dann sogar ein kleines Geschenk Kugelschreiber machen , dass sie in jenem Moment benötigte glaube ich zumindest. Seitdem mag ich diesen Menschen viel mehr.

Habt ihr Ideen wie wir die Gemeinschaft in unseren Gemeinden stärken können? Habt ihr irgendwelche Gedanken dazu?

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