Der barmherzige Samariter heute…

Eben hat mein Cousin, Trainingspartner und vor allem guter Freund, Paul, eine sehr lebensnahe Predigt in unserer Gemeinde über die Barmherzigkeit gehalten.

Dabei hat er ein Beispiel formuliert wie die Geschichte des barmherzigen Samariters heute aussehen könnte. Ich will es mal mit meinen Worten formulieren. bettler-1-zuschnitt1

Stell dir vor ein Obdachloser Penner, ein Mensch am Rande der Gesellschaft ist in einer Situation wo er Hilfe benötigt. Er ist passt in diese Tage kurz vor dem Erfrieren. Er hat nur eine dünne Jacke, keine Mütze und Handschuhe und auch seine Stiefel haben schon wesentlich bessere Tage gesehen. Der Obdachlose sitzt an einer Stelle, wo viele Menschen an ihm vorbeigehen. Es ist nicht zu übersehen, dass er ein echtes Problem hat.

Während er so dasitzt und sich einen abfriert, kommt ein Streetworker vorbei, der ihn kennt. Statt aber auf ihn zuzugehen er hat ihn gesehen schaut er dass er schnell nach Hause kommt. Es ist schon spät, Überstunden hat er auch schon zwei geschoben, seine Familie wartet auf ihn – er geht einfach vorbei.

Der Pastor aus der örtlichen Gemeinde kommt vorbei. Er schaut auf den Obdachlosen, er schaut auf die Uhr und ihm fällt siedend heiß ein, dass er noch unbedingt die Predigt für den nächsten Tag vorbereiten muss und er schon jetzt nicht weiß, wie er alles unter den Hut kriegen soll. Auch er geht vorbei, auch wenn es nicht lange dauern würde, dem Obdachlosen einen warmen Kaffee zu besorgen.

Ein Dritter Mensch kommt vorbei. Dieser Mensch hat keine Eile. Durch die akutelle Finanzkrise sind seiner Firma einige sehr wichtige Aufträge weggefallen. Dadurch wurden alle Hilfsarbeiterjobs wegrationalisiert. Damit auch sein Job. Er läuft durch die Straßen, er kann nicht Heim, er weiß nicht wie er seine Familie durchbringen soll, wie er den Kredit für das neue Auto abbezahlen soll. Da sieht er den Obdachlosen und er schaut auf sich herab, schaut sich seine neuen Stiefel, seine warme Jacke und kommt ins Grübeln. Etwas in ihm sagt, dass er diesem Menschen helfen soll. Er weiß nicht woher dieses Gefühl kommt, aber es ist da. Er geht zu dem Obdachlosen hin, setzt sich zu ihm, kommt mit ihm ins Gespräch und lädt ihn zu einer heißen Tasse Tee bei ihm zu Hause ein… bettler-21

So ähnlich könnte die Geschichte heute aussehen. Der Mann hat keinen Grund zu helfen. All jene, deren Aufgabe genau solche Menschen sind, fühlen sich nicht zuständig oder haben einfach keine Zeit. Wie häufig schaue ich bei dem Elend weg?

Paul hat noch folgendes Gedicht vorgelesen, welches er mir dann kopiert hat.

Ich war hungrig, und du hast einen humanitären Club ins Leben gerufen, um über meinen Hunger zu diskutieren. Vielen Dank.

Ich war im Gefängnis, und du hast dich leise in deine Kapelle geschlichen, um für meine Freilassung zu beten. Sehr nett.

Ich war nackt, und du hast dir Gedanken gemacht um die moralischen Auswirkungen meiner Erscheinung.Was hat das bewirkt?

Ich war krank, und du bist auf die Knie gefallen und hast Gott für deine Gesundheit gedankt. Aber ich habe dich gebraucht.

Ich war heimatlos, und du hast mir von der Liebe Gottes gepredigt.Ich wünschte du hättest mich mit nach Hause genommen.

Ich war einsam, und du hast mich alleine gelassen, um für mich zu beten. Warum bist du nicht geblieben?

Du wirkst so heilig, so eng mit Gott verbunden – aber ich bin noch immer hungrig und einsam, mir ist kalt, und ich habe noch immer Schmerzen.

Macht es dir etwas aus?

Ach ja, war übrigens eine richtig gute Bibelstunde heute. Du bist immer herzlich eingeladen! 🙂

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